Autor
Tessa Stoppelenburg
Datum
6. Januar 2026
Kategorie
Informativ
Während du noch die Gewinne aus einer erfolgreichen Spitzenverkaufssaison rund um Cyber Week und Weihnachten verbuchst, steht im Januar die größte Rücksendewelle des Jahres an. Im geschäftigsten Retourenmonat des Jahres steigt das Retourenvolumen im Vergleich zum Rest des Jahres um durchschnittlich bis zu 44,5 %. Für Webshops bedeutet dies eine erhebliche Investition in Kosten, Ressourcen und Personal. Außerdem müssen Kundinnen und Kunden wegen der vielen Retouren länger auf die Verarbeitung ihrer Retouren warten, was deine sonst so ausgezeichnete Kundenerfahrung beeinträchtigen kann.
Aber zum Glück gibt es einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um deinen E-Commerce-Retourenprozess auf die Rücksendespitze im Januar vorzubereiten. In diesem Artikel findest du Zahlen, Best Practices und Tipps, wie du deinen Retourenflow im Januar in den Griff bekommst.
In diesem Blog erfährst du mehr über ...
1. Warum steigen die Retouren im Januar so stark an?
2. Wie stark steigt das Retourenvolumen im Januar an?
3. Was bedeutet das Retourenhoch im Januar für deinen Webshop?
4. Best Practices, um die Rücksendespitze im Januar ohne Kapazitätsprobleme zu bewältigen
5. Wie andere Webshops mit der Rücksendespitze im Januar umgehen
Warum steigen die Retouren im Januar so stark an?
Im E-Commerce dauert die traditionelle Hauptverkaufssaison von Anfang Oktober bis Anfang Januar – beginnend mit der Cyber Week und endend mit dem Winterschlussverkauf. Shopper besorgen Geschenke für Nikolaus und Weihnachten und profitieren von den attraktiven Rabatten während der Cyber Week und des Schlussverkaufs nach Weihnachten. Diese Artikel werden meist erst nach Weihnachten zurückgegeben, zum Beispiel weil es sich um unpassende Geschenke handelte oder weil in der hektischen Weihnachtszeit schlichtweg keine Zeit war, die Artikel zurückzugeben. Das heißt, dass du als Webshop nach der Hauptverkaufssaison hart arbeiten musst, um das Retourenhoch im Januar bewältigen zu können.
Wie stark steigt das Retourenvolumen im Januar an?
Die retourenintensivste Zeit des Jahres sind Dezember, Januar und Februar, wobei im Jahr 2025 der höchste Stand am 8. Januar erreicht wurde. Im Vergleich zum Rest des Jahres steigt das Retourenvolumen von Dezember bis Februar um durchschnittlich 44,5 %. Das ist an sich nicht überraschend, da während der Hauptverkaufszeit auch die Zahl der Bestellungen in der Regel deutlich ansteigt. Was jedoch auffällt, ist, dass die meisten Händlerinnen und Händler lediglich mit einem Anstieg von 10 % rechnen. Infolgedessen werden sie von der Rücksendewelle im Januar überrascht und kämpfen mit Kapazitätsproblemen.
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Retourenquote für das gesamte Jahr bei 23,5 %. Als häufigster Retourengrund wurde „Produkt entspricht nicht den Erwartungen“ angegeben. Wenn du Einblick in diese Daten hast, kannst du z. B. deine Produktinformationen verbessern oder Produkte, die in der Hochsaison häufig retourniert werden, von Rabattaktionen ausschließen oder ganz aus dem Sortiment nehmen. So wird die ohnehin schon überlastete Retourenabwicklung im Januar nicht noch mehr unter Druck gesetzt.
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Was bedeutet das Retourenhoch im Januar für deinen Webshop?
52 % aller befragten Händlerinnen und Händler nannten die Kapazität als die größte Herausforderung bei der Bewältigung der Retourenspitze im Januar. Mehr Retouren bedeuten mehr Personal und Ressourcen und außerdem wird die Bearbeitungszeit durch manuelle Prozesse unnötig verlangsamt. Produkte sind im Schnitt insgesamt 23 Tage nicht auf Lager. Ab Bestellung dauert es durchschnittlich 13 Tage, bis eine Retoure angemeldet wird, und weitere 2 Tage, bis das Paket wieder unterwegs ist. Danach dauert es noch einmal 8 Tage, bis die Rücksendung komplett verarbeitet und die Rückerstattung erledigt ist. Dadurch dauert es länger, bis Produkte weiterverkauft werden können, und zudem steigt der Kostendruck durch steigende Rücksendekosten weiter: Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Preis für eine Rücksendung bei 5,39 €.
Höchste Zeit für eine Veränderung: Im Folgenden findest du unsere Best Practices, mit denen du den Kapazitätsdruck im stärksten Retourenmonat des Jahres reduzieren kannst.
6 Best Practices, um die Rücksendespitze im Januar ohne Kapazitätsprobleme zu bewältigen
1. Bereite dich rechtzeitig vor
Lass dich von dem starken Anstieg der Retouren im Januar nicht überraschen, sondern passe deine Retourenstrategie sowie deine Lager- und deine Personalplanung rechtzeitig an. Nur 15 % der Webshops beginnen mehr als vier Monate im Voraus mit den Vorbereitungen, während 52 % der Händlerinnen und Händler erst ein bis zwei Monate vor der Hochsaison starten.
Analysiere deine alten Retourendaten, um herauszufinden, wie viele Retouren du in der Peak-Season erwarten kannst und wann sie eintreffen. Schaffe genügend Platz in deinem Lager und sorge für zusätzlichen Raum für die Lagerung und Bearbeitung der zurückgeschickten Pakete. Halte alle notwendigen Materialien bereit, zum Beispiel Verpackungsmaterial, Scanner und Etiketten.
2. Automatisiere deinen Workflow
Neben der Vorbereitung des physischen Raums solltest du auch deinen digitalen Workspace gut auf das Retourenhoch im Januar vorbereiten. Mit einem cleveren und automatisierten E-Commerce-Retourenprozess und leistungssarken Automations kannst du bis zu 95 % der Bearbeitungszeit einsparen. Lass deine Kundinnen und Kunden Retouren selbst über ein digitales Retourenformular registrieren, sodass du Folgeschritte wie das Ablehnen von Retouren automatisieren kannst, wenn etwa die Rückgabefrist abgelaufen ist oder Produkte nicht zurückgegeben werden können. Außerdem musst du Rückerstattungen so nicht mehr manuell starten; rund 54,3 % aller Onlineshops generieren ihre Rückerstattungen inzwischen automatisch.
3. Passe deine Rückgabefrist an
Es kann sich durchaus lohnen, deine Rücksendebedingungen vor der Hochsaison anzupassen. Ungefähr 16,7 % aller Onlineshops ändern ihre Rückgabebedingungen für die Hochsaison, indem sie etwa die Rückgabefrist verkürzen. Große Einzelhändler wie H&M setzen bei Sale-Artikeln beispielsweise auf eine verkürzte Rückgabefrist von 14 Tagen. Dadurch gelangen die Produkte schneller zurück ins Lager und können zügig wiederverkauft werden. Auch das Rückgabefenster ist so kürzer, sodass du das Retourenvolumen jeweils besser einschätzen kannst.
4. Spare Kosten mit dynamischen Rücksendekosten
Das Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich im letzten Jahr in Richtung Nachhaltigkeit verschoben. Rücksendungen sind schlecht für die Umwelt, und viele Kundinnen und Kunden sind deshalb bereit, sich an den Retourkosten zu beteiligen. 46 % sind bereit, bis zu 0,50 € für eine umweltfreundlichere Rücksendung zu zahlen.
Um die Retourkosten zu senken, entscheiden sich immer mehr Onlineshops für kostenpflichtige Retouren. Im Jahr 2025 nutzten bereits 65,3 % aller E-Commerce-Unternehmen eine Form bezahlter Rücksendungen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Retourkosten zu senken und (einen Teil) der Kosten an deine Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Arbeite zum Beispiel mit dynamischen Retourenkosten: Kundinnen und Kunden, die eine ganze Bestellung zurücksenden, zahlen die Retourkosten, während Kundinnen und Kunden, die nur einen Artikel oder ein defektes Produkt zurückgeben, eine kostenlose Rücksendung erhalten. Darüber hinaus kannst du auch eine feste Retourengebühr festlegen, die zum Beispiel bei Sale-Artikeln standardmäßig berechnet wird. Voraussetzung dafür ist ein digitaler Retourenprozess mit intelligenten Retourenregeln.
5. Nutze Gutscheine für den Umtausch
November und Dezember sind für die meisten Onlineshops die umsatzstärksten Monate des Jahres. Es wäre schade, wenn du den gemachten Umsatz während der Rücksendewelle im Januar wieder zurückzahlen müsstest. Eine einfache, aber effektive Lösung, deinen Umsatz zu behalten, sind Gutscheine. Anstatt einer Rückerstattung erhalten Kundinnen und Kunden einen Gutschein mit Einkaufsguthaben, den sie direkt wieder in deinem Shop einlösen können. So können sich die Kundinnen und Kunden bei einem Umtausch sofort ein neues Produkt aussuchen – etwa eine andere Größe oder Farbe – und musst du den gemachten Umsatz nicht zurückerstatten. Bei unseren Kunden werden 17 % aller Retouren in eine Gutschrift umgewandelt. So konnten Returnless-Kundinnen und -Kunden im Jahr 2025 über 2,5 Millionen Euro an Umsatz verbuchen, den sie andernfalls hätten zurückzahlen müssen.
Wie andere Webshops mit der Rücksendespitze im Januar umgehen
Bei Returnless helfen wir Webshops bei der Optimierung ihres Retourenprozesses. Zwei Kunden, die dank eines komplett automatisierten Retourenprozesses der Rücksendewelle im Januar entspannter entgegensehen, sind ZEB und Arktis.
ZEB nutzt Retouren als Teil einer cleveren Omnichannel-Strategie, um den Kundinnen und Kunden die volle Freiheit zu geben, wie sie ihre Waren zurückgeben möchten: online oder in einem beliebigen Ladengeschäft. ZEB hat den Wert einer Retoure im Geschäft erkannt: Produkte, die im Laden zurückgegeben werden, können nicht nur schneller weiterverkauft werden, sondern bieten auch ausgezeichnete Upsell-Möglichkeiten und stärken die Kundenbindung. Um den Besuch im Geschäft zu fördern, erhalten Kundinnen und Kunden, die ihre Waren im Laden zurückbringen, einen 5-Euro-Gutschein. Mehr als 33 % der ZEB-Kundinnen und -Kunden entscheiden sich inzwischen für diese Rückgabemethode.
Auch Arktis startet mit smarten Rücksendebedingungen in die Peak-Season. Seit der Händler für Apple-Produkte auf einen automatisierten Retourenprozess umgestiegen ist, dauert die Bearbeitung der Retouren nur noch 1,5 Minuten, anstatt wie früher 5 bis 10 Minuten. So kann Arktis auch große Retourenmengen schnell und effizient bearbeiten. Arktis bietet Kundinnen und Kunden, die sich für einen Gutschein anstatt einer Rückerstattung entscheiden, zudem kostenlosen Versand für ihre Rücksendung. Dadurch konnte Arktis 30 % aller Rücksendungen in Wiederholungskäufe umwandeln und einen Teil des erzielten Umsatzes behalten.
Bist du bereit für die Rücksendespitze im Januar?
Mit einer guten Vorbereitung, automatisierten Workflows, dynamischen Rückgabebedingungen und -kosten und einer cleveren Retourenstrategie, bei der Gutscheine als Rückgabemethode eingesetzt werden, wirst du nicht vom Retourenhoch im Januar überrascht und kannst die in der Peak-Season erzielten Umsätze auch tatsächlich verbuchen.
Bist du bereit, deinen Retourenprozess zu optimieren? Erstelle ein kostenloses Testkonto und entdecke alle Funktionen von Returnless, darunter digitale Retourenformulare, leistungsstarke Retourenregeln und Automatisions. Möchtest du mehr erfahren? Dann vereinbare eine unverbindliche Demo mit einer unserer Expertinnen oder einem unserer Experten. Sie erklären dir gerne, wie du dich mit Returnless auf das Retourenhoch im Januar vorbereiten kannst.
Alle Daten in diesem Artikel stammen aus dem Returnless Benchmark Report 2025. Lade den Bericht hier herunter.
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Häufig gestellte Fragen.
Bei welchen Produktkategorien steigen die Retouren im Januar am stärksten an?
Den stärksten Anstieg der Retouren gibt es normalerweise in den Kategorien Mode, Schuhe, Verbraucherelektronik und Wohnaccessoires. Dabei handelt es sich um Produktkategorien, die oft als Geschenk gekauft werden und bei denen erst nach dem Kauf festgestellt wird, dass das Produkt nicht den Erwartungen entspricht. Für diese Kategorien sind zusätzliche Rückgabekapazitäten im Januar entscheidend.
Wie wirkt sich eine langsame Retourenbearbeitung auf die Kundenzufriedenheit aus?
Eine langsame Retourenbearbeitung sorgt für Frustration und Unsicherheit bei den Kundinnen und Kunden, vor allem wenn sie lange auf ihre Rückerstattung oder einen Gutschein warten müssen. Untersuchungen haben ergeben, dass Kundinnen und Kunden maximal 5,2 Tage auf eine Rückerstattung warten wollen. Längere Bearbeitungszeiten erhöhen das Risiko negativer Bewertungen und Kundenabwanderung.
Welche Rolle spielt der Kundendienst während der Rücksendespitze im Januar?
Im Januar erhält der Kundendienst mehr Fragen zu den Rücksendungen. Wenn du Informationen zu den Retouren transparent kommunizierst und den Kundinnen und Kunden die Möglichkeit gibst, ihre Retouren selbst abzuwickeln, reduzierst du den Druck auf dein Support-Team und verbesserst gleichzeitig das Kundenerlebnis.
Ist es möglich, die Retourenabwicklung im Januar vorübergehend anzupassen, ohne Kundinnen und Kunden zu verlieren?
Ja. Viele Webshops passen ihre Retourenabwicklung im Januar vorübergehend an. Darunter fallen angepasste Rücksendekosten, längere Bearbeitungszeiten oder zusätzliche Anreize mit Gutscheinen. Transparenz ist dabei das A und O: Wenn Kundinnen und Kunden im Voraus wissen, was sie bei den Retouren erwarten können, sind sie eher bereit, Änderungen zu akzeptieren.
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